.peter andersohn

 

Ist es das Crecendo eines mehrstimmigen Chorals? Ist es das Schaben eines Bleistifts an den offengelgten Saiten eines präparierten Klaviers? Ist es das infernalische Oszilieren eines Sinustones kurz bevor er mit den atmosphärischen Spiegelungen seines eigenen Echos zu einem phantasmagorischen Gemälde verschmilzt? Ja, ja und ja, denn es ist Peter Andersohn, der an einem stürmischen Märztag des Jahres 1989 die ersten Töne in die Welt gab und von da an nicht verstummte.

 

Er ist Absolvent zahlreicher und immer wieder urkundlich belegten Ausbildungen in Sachen Musik, Gesang und Tonkunst, ob an Universitäten, im privatschulischem Bereich oder auch in Musestunden beim gemeinsamen musizieren mit Freunden und Kollegen.

Seine besonderen musikwissenschaftlichen Vorlieben gelten der Harmonielehre, dem Kontrapunkt und tonsätzerischen Kernthemen, u.a. dem Palestrina - und dem Tintinnabuli - Stil, aber auch dem Gesangsunterricht beim Bachpreisträger Andreas Sommerfeld, dem Dirigat und der Ensembleleitung, dem Klavier- und Gitarrenspiel, oder seiner Mitwirkung in einem Gamelan-Orchester, um nur einige zu nennen. Ebenso war und ist er beteiligt an verschiedensten Projekten und Ensembles, federführend, als treibende Kraft oder ausführendes Talent tätig ist. Genannt sei aber sein Mitwirken als Gastmusiker, Storyteller, Sänger und Trommler bei “Saeldes Sanc”, dem Projekt der “Helium Vola” Sängerin Hannah Wagner, oftmals gemeinsam mit Ernst Horn (Helium Vola / Deine Lakeien) und Konzerten u.a. auf dem Wave-Gothic-Treffen in Leipzig und im Spectaculum Mundi in München.

 

Peter Andersohn, der seine Kindheit an den Ufern des reißenden Floßgrabens in Kitzen, nahe Leipzig erlebte, weiß um die alten Meister und die Linien der großen Musik: von Monteverdi zu Bach über Beethoven, Schubert, Mussorgsky, Stravinsky, John Cage bis hin zu Arvo Pärt.

So gehört er zu jenen seltenen Erscheinungen, die Komponisten nicht als Künstler sehen, sondern als Handwerker. Seine große Kunst mag wohl darin bestehen, diese Traditionen zu verbinden und mit eigenen Ideen und Techniken fortzuführen - kämpferisch, ohne sich von den Deutungszwängen einer allzu genauen Musikwissenschaft in die Schranken weisen zu lassen.

Sein Streben ist es, die eigenen Ideen und Gefühle in wirklich neue Stilmittel fließen zu lassen, Pop, Dubstep, Cemballo- und Vocalmusik zu verschmelzen, ja bis dato unerhörtes hörbar zu machen.

 

gezeichnet:

 

 

Benjamin Küster